Nach diversen Blutgrätschen und einiger gelben Karten - Schiedsrichter missverstehen grundsätzlich energisches Auftreten rechter Verteidiger - verschwendete ich keine Gedanken mehr an eine Profifußballerkariere.
 
Die erste Gitarre stank nach billigem Parfüm. Ich hatte sie mit 15 der älteren Schwester eines Schulfreundes abgekauft. Sie glich eher einem Flitzbogen als einem Musikinstrument. Trotz blutiger Fingerkuppen - sie war nämlich überflüssigerweise auch noch mit Stahlsaiten bezogen - ließ ich mich nicht entmutigen und spielte Tag und Nacht „Lady In Black“.
 
Mein erstes Instrument war allerdings eine Mundharmonika und der erste Song auf ihr war „Blau, blau, blau blüht der Enzian…“ (schöne Grüße an Heino). Das zweite Stück war das sagenhafte Mundharmonikasolo aus Westerhagens „Von Drüben“.
 
Gitarre und Mundharmonika, da war doch was? Genau! Neil Young und Bob Dylan waren für mich musikalische Vorbilder. Ein auf die Schnelle aus Schweißdraht gebasteltes Mundharmonikagestell ließ mich die Songs meiner Vorbilder schmettern.
 
Die Beatles-LP einer sehr attraktiven Mitschülerin führte dazu, dass ich mich mit den „Fab Four“ anfreundete.
 
Mit ein paar Freunden traf ich mich zum Musizieren. Ich war 17. Irgendwann trennten sich dann unsere Wege, ohne dass heulende oder sich selbst meuchelnde Teenies zurückblieben. Im Gegenteil, es war eine von der Musikwelt völlig unbemerkte Trennung.
 
Mit 29 Jahren hielt ich mich für reif genug, wieder musikalisch aktiv zu werden.
 
Nach einem sehr feuchten Herrenabend, bei dem wir mit allerlei Instrumenten (Gitarre, Schellenkranz, Rasseln und Mundharmonika) unseren Talenten lautstark frönten, beschlossen wir, dies in ernsthaftere Bahnen zu lenken.
 
Wir trafen uns 1995 in dem Keller einer Schule - auf diesem Wege viele Grüße an Todd - und lebten unsere mehr oder weniger vorhandene Musikalität aus. Ein Keyboard, vier Gitarren und ein Sänger.
 
Dies sind die Wurzeln von BBB.
 
Aus dieser Zeit existieren noch mehrere Kassetten, die wir, wenn wir mal berühmter als die Beatles sind, als Rare-Tracks herausbringen. Mit dem Schotter setzen wir uns dann zur Ruhe.
 
Irgendwann brachte jemand einen Bass mit. Dieser kam wie auch das Schlagzeug bisher immer vom Keyboard. Was für ein Gefühl!
 
Ende der 90er wechselten wir dann in einen „vernünftigen“ Probenraum. Wir nannten uns OKAX99. Dies war wohl das Kennzeichen irgendeines Sonntagsfahrers auf irgendeiner Bundesdeutschen Autobahn.
 
Die Stelle des Drummers war immer noch vakant. Im Jahr 2000 stieß dann Udo zu uns. Und es sollte nicht lange dauern, und er vermittelte den ersten Auftritt für uns, die wir mittlerweile aus einer Gitarre, einem Bass, einem Keyboard, einem Schlagzeug und einem Sänger bestanden.
 
Dieser Auftritt war schon ein Meilenstein für uns. Auch deswegen, weil ein anwesender Bassist großes Interesse bekundete, seinen weiteren musikalischen Weg mit uns gemeinsam zu gehen.
 
Mittlerweile waren wir nun doch schon glorreiche sieben und in Anlehnung an den Ausspruch des 35. Präsidenten der Vereinigten Staaten war ich stolz sagen zu können:
 
"Ich bin ein BLOODY BRINKMAN !"
 
 
Jörg