ein Interesse an Musik wurde laut meinen Eltern schon 1969 (also mit 3 Jahren) geweckt, als ich öfter Hoppladi, Hopplada sang. Später stellte sich heraus, dass der Song Ob-la-di, Ob-la-da heißt und von den Beatles ist. Wer weiß, ob das schon einen Einfluss hatte!
Die siebziger Jahre brachten für mich musikalisch nichts Besonderes, bis ich 1978 zum Geburtstag einer Klassenkameradin eingeladen wurde und sie sich von mir eine Uriah Heep Schallplatte wünschte. Ich konnte mir den Band-Namen nicht merken und fragte bei Karstadt Hermannplatz nach Sheriah Peep, Seliah Creep, Mueia Kliep und noch ein paar weiteren Variationen. Der Verkäufer konnte mein Gestammel nicht in Verbindung mit Uriah Heep bringen und deshalb kaufte ich Boney M, „Nightflight To Venus“, welche schon bei meiner 9-jährigen Cousine zu Begeisterungsstürmen führte, sozusagen als Geheimwaffe. Was ich nicht verstand, war das dieses Geschenk mich für längere Zeit von den Geburtstags-Einladungslisten der Mädchen verschwinden ließ. Mehr als ein „Danke“, einen bösen Blick und den Rest des Abends Nichtachtung brachte diese Geheimwaffe nicht. Ich fing an über Musik nachzudenken, und Lieder anders zu hören. Ich achtete besonders auf Keyboards und Gitarren, die mich emotional berührten.
Meine ein Jahr ältere Cousine beeinflusste meine musikalische Entwicklung maßgeblich! Sie hatte mehrere Kassetten, auf denen Musik von den Beatles, Barclay James Harvest, Dr. Feelgood, und Supertramp zu hören war. Ich lieh mir diese Kassetten öfter aus und fand besonders an den Beatles-Songs, die ich von irgendwo her schon fast alle kannte, gefallen. Meine erste Musik-Schallplatte war das „White Album“ von den Beatles. Der Song Revolution 1 gefiel mir besonders.

Ein Kumpel brachte 1979 Pink Floyds „The Wall“ mit zu unserem Treff (einem Buddelkasten) und ab diesem Zeitpunkt wollte ich Gitarre spielen. Dieser David Gilmour von Pink Floyd brachte mich mit seinem Sound und seiner Art Soli mit Melodie zu spielen dazu, Musik zu fühlen! Meine schon erwähnte ältere Cousine hatte gerade begonnen Gitarre zu lernen, und nahm am Anfang regelmäßig Gitarren-Stunden. So konnte ich manchmal auf ihrer Konzert-Gitarre mit Nylonsaiten in die Welt eines Gitarristen abtauchen. Sie hat es im Gegensatz zu mir aber nach einiger Zeit wieder aufgegeben.
Ich klimperte oft zum Leidwesen meiner Eltern beim Abendbrot auf dem Eierschneider rum, bis mein Vater mir bei Hertie Karl-Marx-Straße eine Konzert-Gitarre für 80,- DM kaufte. Mit Sprüchen wie „Wenn Du in einem halben Jahr noch auf dieser Gitarre übst, bekommst Du eine bessere“ motivierte er mich besonders.
In der Schule begannen Klassenkameraden zusammen Gitarre zu spielen. Da wollte ich gerne mitspielen, allerdings hatten sie Elektrogitarren und Verstärker. Einer hatte sogar eine Fender Stratocaster, damals so etwas wie der Heilige Gral. Ich durfte auch mal anfassen!

Da ich meinem Vater keine E-Gitarre aus den Rippen leiern konnte, zog ich auf meine Konzert-Gitarre Stahlsaiten auf und baute ein preiswertes Schaller-Pickup ins Schallloch ein. Der Klang war besch….., aber ich war laut genug um mitspielen zu können. Ich durfte mir dann ca. 1980 eine richtige akustische Gitarre (Yamaha) für 400,- DM kaufen, um meine Lern-Fortschritte zu steigern. Von meinem Konfirmationsgeld kaufte ich mir dann 1981 endlich eine E-Gitarre. Es sollte eine Fender Telecaster Deluxe sein, die leider damals in Berlin nicht zu bekommen war. Jedenfalls nicht in den drei Läden, bei denen ich nachfragte. Das Musikhaus am Zoo hatte aber eine sehr schöne Fender Stratocaster für 1500,- DM, und einen Verstärker (Roland Cube 60) für 700,- DM, die ich dann kaufte.
Leider spielten die Schulkameraden zu diesem Zeitpunkt nicht mehr, so dass ich nur noch zusammen mit einem einzigen Klassenkameraden übte. Der hatte sich als erste Gitarre eine Hertie E-Gitarre (Hertiecaster) zugelegt. Aufgrund der miserablen Qualität der Klampfe gab er relativ schnell das Gitarrespielen auf.
Als ich 1984 eine Gibson Les Paul Heritage von einem Ausbildungskollegen für 2400,- DM zum Kauf angeboten bekam, überlegte ich nicht lange. Gitarrentechnisch war ich nun erst einmal zufrieden.
Es folgten reichlich Lehrjahre, in denen ich mich zusammen mit einem Keyboarder aus der Nachbarschaft an Midi und Homerecording versuchte. Als der in den 90ern Berlin verließ, dümpelte ich allein in meinem Heimstudio rum. Es war nicht die Erfüllung! Umso mehr freute ich mich, als mich 1998 ein Kumpel zu einer Session in einen Schulkeller einlud.
Ich traf auf 5 Männer mit 3 Gitarren, einen Keyboarder und einen Mundharmonika spielenden Handballer der sang. Da bereits 3 Gitarristen vorhanden waren, brachte ich zum zweiten Treffen meinen Squier Precision Bass mit.
Mit meiner von mir im Jahr 2000 in die Band eingebrachten, bisher noch nicht erwähnten dritten Cousine als Keyboarderin, traten wir am 14.12.2001 das erste Mal mit dem Namen BLOODY BRINKMAN'S BRAIN im Noteingang auf.


Den Rest kann man in der Bandgeschichte nachlesen.



 
 
Holger